Zum Verständnis:

Ich habe am 10.07.2014 begriffen, dass es Niemanden gibt, der wirklich am Wohl meiner Enkeltochter interessiert ist. Ihr Wunsch ihre Großmutter sehen zu dürfen, wurde wieder einmal durch den Wunsch der Mutter und des Jugendamtes ersetzt. Sie darf die Großmutter nicht sehen, weil es das Jugendamt nicht möchte und die Mutter natürlich auch nicht. Ich habe zwar theoretisch ein Umgangsrecht, aber praktisch ist dieses nicht umsetzbar. Darüberhinaus weiß ich aus meiner langjährigen Erfahrung heraus, was man von Absichtsbekundungen deutscher Jugendämter und Gerichte zu halten hat. Die Mutter will sie nicht sehen, aber sie muss. Und sollte sie weiter nicht wollen, so wird sie nach dem Willen des Jugendamtes Ihre Großmutter nie wieder sehen. Während die Mutter weiter ihre Lügen über meine Person u.a. auch im Internet verbreiten darf, soll ich die Wahrheit entfernen. Es schadet dem Wohl meiner Enkeltochter wenn sie die Wahrheit erfährt. Die Show, die meine Tochter bei Gericht abgezogen hat, war schlecht und leicht zu durchschauen. Früher konnte sie das mal besser! Aber es ist die Mutter.... da hat man doch Verständnis! Leonie jedoch hat gezeigt, dass eine einmal entstandene Bindung nicht zu zerstören ist und sie stark ist. Deshalb habe ich mich entschlossen, den Ursprungsblog zu überarbeiten und für Leonie einen eigenen Blog zu schaffen. Inwieweit dieser öffentlich sein wird, entscheide ich von Beitrag zu Beitrag. Da ich weiß, dass Kinder die in Heimen aufwachsen es auch in ihrem späteren Leben nicht gerade leicht haben, werden persönliche Inhalte auch persönlich bleiben! Solange ich oder meine Enkeltochter es möchten.... Leonie, deine Großmutter wird warten, bis du entsprechend deinem Willen handeln kannst und das wird wohl frühestens mit deinem 18. Geburtstag sein! Bis dahin aber, wird mir die Zeit nicht lang werden, soviel ist sicher....

Mittwoch, 19. August 2015

Der Tag, der dein Leben veränderte



Bereits im Sommer des Jahres 2005 änderte deine Mutter plötzlich ihr Verhalten. Sie wollte dich plötzlich öfter sehen und auch Zeit mit dir verbringen. Ich freute mich, weil ich dachte sie würde anfangen sich für dich zu interessieren. Aber da hatte ich falsch gedacht. Der Grund war ein anderer. In Deutschland war Hartz-IV eingeführt worden, deine Mutter hatte plötzlich deutlich weniger Geld zur Verfügung und als Prostituierte/Pornodarstellerin war sie auch nicht mehr so gefragt. Deshalb schmiedeten sie und Nils Bischoff den Plan, dich wieder zurückzuholen. Damit würde das Einkommen aufgrund der staatlichen Unterstützung drastisch steigen.

So gingen also beide zum Jugendamt/Frau Proske und ließen sich dort beraten. Sie bekamen die Auskunft, dass sie doch einfach hingehen sollten und dich mitnehmen. Da wir kein Sorgerecht hatten, könnten wir nichts dagegen tun. Deine Wünsche und dein Wohlergehen spielten für das Jugendamt Berlin-Spandau keine Rolle.

Gesagt getan. Sie versuchten zunächst mich davon zu überzeugen, dich ihnen mitzugeben. Das verweigerte ich mit dem Hinweis, dass deine Mutter keinerlei Erfahrung hat im Umgang mit dir und du auch ihr Essen verweigerst. Dazu kam, dass deine Mutter nicht kochen konnte und sie sich auch nicht dafür interessierte, welche Nahrungsmittel du zu dir nehmen darfst. Wenn nicht im Guten dann im Bösen dachte deine Mutter und so geschah es dann.

An einem kalten Tag im November 2005 kam deine Mutter gegen 16.00 Uhr und wollte dich zu einem Spaziergang abholen. Du hast noch geschlafen und deshalb weigerte ich mich dich herauszugeben. Daraufhin teilte sie mit, dass sie zur Tankstelle fahren würde um sich eine Cola zu kaufen. Sie kam aber nicht wieder. Plötzlich klingelte das Telefon und eine Polizistin aus Oranienburg war am Apparat um mir mitzuteilen, dass deine Mutter bei der Polizei gewesen sei, um eine Anzeige wegen Kindesentführung gegen mich zu stellen. Man habe die Anzeige jedoch nicht entgegengenommen. Ich erklärte der Polizistin die Situation und diese riet mir, mit deiner Mutter noch einmal zu reden, sie zu beschwichtigen und am nächsten Tag das Sorgerecht für dich zu beantragen.

Deine Mutter war inzwischen wieder beim Haus eingetroffen und schrie so laut, dass es das ganze Dorf hören konnte, dass ich dich entführt hätte und dass ich dich herausgeben solle. Es gelang mir zwar sie zu beruhigen und sie zog schließlich ab, aber ab diesem Moment hattest du Angst dein zu Hause zu verlieren. Wir beantragten am nächsten Tag, per einstweiliger Anordnung, das Sorgerecht für dich und bekamen es auch und haben es bis heute behalten. Niemand hat es uns je entzogen. Dies wurde inzwischen gerichtlich festgestellt. Du wurdest also aus Österreich entführt durch deine Mutter, diverse Jugendämter und deutsche Gerichte.

Die Ängste die durch das Auftreten deiner Mutter entstanden und die zu Verhaltensauffälligkeiten bei dir führten, wurde in den dann folgenden Verfahren gegen uns verwendet. Mehr hatten sie nämlich auch nicht und da nichts vorhanden war, mussten sie etwas erfinden. An dein Wohlergehen bestand kein Interesse.

Freitag, 20. Februar 2015

Düstere Aussichten

Nach Weihnachten näherte sich dein 1. Geburtstag. Es galt nicht nur die Frage zu klären, wie man einen Kuchen ohne Kuhmilch backt, sondern auch deine Zukunft musste geklärt werden.

Ich habe mich in viele Richtungen erkundigt, meine Fühler ausgestreckt und mit deiner Mutter geredet. Aber jeder malte ein düsteres Bild für deine Zukunft.

So feierten wir erst einmal deinen 1. Geburtstag. Es gab für dich einen Kuchen ohne Kuhmilch und natürlich deine Sojamilch. Sogar deine Mutter erschien.



Nach deinem Geburtstag redete ich noch einmal mit deiner Mutter. Ihre Aussage war, dass du bei deinen Großeltern, also uns bleiben sollst, und das sie das Sorgerecht auf uns übertragen lässt. Damit wäre deine Zukunft gesichert gewesen. Womit ich nicht gerechnet habe, waren die Verhältnisse in Sachen Familienrecht in Deutschland.

Wir gingen also zu einer Anwältin, um uns beraten zu lassen und gegebenenfalls den entsprechenden Antrag zu stellen. Alles schien einfach. War es aber nicht. Urplötzlich wurde das Leben deiner Mutter mit dem Deinen verbunden. Die Anwältin sagte uns, dass wir das als Familie zwar wollen können, die Behörden sich aber dagegenstellen werden und du zu Pflegeeltern gegeben wirst. Das Leben deiner Mutter sei der Grund dafür, da im Jugendamt Berlin-Spandau bereits geführt und aktenkundig. Deinen Großeltern wird man absprechen, dass sie in der Lage sind dich zu erziehen. Sie riet uns dringend davon ab, irgendeine Behörde um Hilfe zu bemühen. Wie recht sie damit hatte, solltest du und ich Jahre später am eigenen Leib erfahren.

Deine Mutter versprach, dass sie nichts tun würde was dir schaden könnte. Ich wusste, dass sie dieses Versprechen nicht einhalten wird, konnte aber nichts tun.

So wurdest du zu ihrem Spielball und dank ihr auch zum Spielball der deutschen Behörden.

Dein zweites Lebensjahr verlief wie das Erste. Du hast dich prächtig entwickelt, die Ärzte waren sehr zufrieden und die Dispensairebetreuung konnte beendet werden.

Deine Mutter kam immer seltener. Du hast sie nur noch gesehen, wenn ich dich zu ihr gebracht habe. So ich dich in den Haushalt deiner Mutter brachte, fühltest du dich in zunehmenden Maße unwohler. Deine Mutter sollte lernen für dich zu kochen. Manchmal gelang es und manchmal nicht. Nachdem du laufen konntest, hatte es denn Anschein als ob du nur auf das Signal zum Aufbruch gewartet hast. Sofort holtest du deine Jacke und warst schon aus der Tür bevor irgendjemand sich anziehen konnte. Ein "Tschüß" von weitem hätte nach deiner Meinung als Abschiedsgruß gereicht. Wenn ich deine Mutter bat, dir etwas vorzulesen und du dich auf ihren Schoß setzen solltest, bliebst du vorn, fast auf den Knie'n sitzen. Nur keinen Körperkontakt. Sobald die Geschichte beendet war, oft auch schon vorher, bist du von ihrem Schoß gerutscht und verschwunden. Du hast dich bei jedem Treffen deiner Mutter nur genähert, weil ich das wollte, nicht weil du es wolltest. Dein Unbehagen sah man dir an. Es schien fast so, als ob du wüsstest welche Gefahr für dein Leben von deiner Mutter ausgeht. Mir hat das Angst gemacht und ich habe stets versucht, einen Ausgleich zu finden. Schließlich ist sie deine Mutter. Aber für dich war das Pflichprogramm.

Zugegebermaßen hat sich deine Mutter auch nicht sehr für dich interessiert. Ihre Karriere als Pornostar und Prostituierte war ihr wichtiger als du. Besuche wurde fast jedes Mal abgesagt. Nur Feste besuchte sie mit uns gemeinsam und natürlich war sie bei Einkäufen stets dabei.


Trotzdem hoffte ich auf eine familiäre Lösung für dich. Dafür tat ich viel und nahm viele Dinge in Kauf, die ich normalerweise weit von mir weise. Aber schließlich ging es um die Zukunft eines Kindes. Ich bin mir sicher, dass ich alle Möglichkeiten wahrgenommen habe, um euch einander näher zu bringen. Aber es lief immer gleich ab. Dein Gesicht verfinsterte sich, sobald ich dich deiner Mutter übergab. Eben noch ein fröhliches Lachen und schon ein finsteres Gesicht. Deine Mutter musste dir stets versichern, dass ich noch da bin und nicht weglaufe. Sobald du entkommen konntest warst du weg. Es war sinnlos, etwas heraufzubeschwören was nicht vorhanden ist - Bindung. Eine Bindung kann deine Mutter aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht eingehen.



Im Nachhinein gesehen muss ich mich bei dir dafür entschuldigen, dass ich dich zum Kontakt mit deiner Mutter gezwungen habe. Ich habe unsere Bindung dazu benutzt. Es tut mir leid. Ich hätte zulassen sollen, dass du dir dein eigenes Bild machen kannst.  Die einzige Entschuldigung, die ich vorbringen kann, ist die, dass ich auf eine familiäre Lösung gehofft hatte. Ich habe die psychische Erkrankung deiner Mutter ausgeblendet. 

Dein Gefühl war richtig und dein Verhalten auch. Da ist jeder Zweifel ausgeschlossen. Später einmal wird eine Aussöhnung zwischen dir und ihr möglich sein. Jetzt ist es noch zu früh. Aber woher sollen Pseudofachleute so etwas wissen. Sie erpressen dich mit deiner Liebe zu deiner Großmutter, damit du den Kontakt zu deiner Mutter wieder aufnimmst und mich versuchen sie zu erpressen mit meiner Liebe zu dir. Fehlanzeige, nur was dir guttut werde ich unterstützen.

Wenn ich heute die Foto's von dir sehe, die die aufgenommen wurden, seitdem man dich aus Wien entführt hat, sehe ich das Gleiche wie damals. Kein Lachen mehr, sondern nur noch Traurigkeit und Finsternis. Dazu deine seit Jahren falsche Ernährung. Man sieht es dir an.

Nach deinem 2. Geburtstag kam das Jahr welches dein Schicksal besiegelte. Deine Mutter hatte einen neuen Freund, der vor allem eines wollte - Geld. Dazu brauchten sie dich. Darum wurdest du geboren und dazu solltest du weiter dienen, als Geldmaschine. Sie schmiedeten einen teuflischen Plan.






Samstag, 13. Dezember 2014

Fröhliche Weihnachten - früher mit Liebe, heute mit Hiebe



Dein erstes Weihnachten hast du im Hause einer der Schwestern deiner Großmutter erlebt. Angst vor dem Weihnachtsmann hattest du keine. Auch später nicht. Warum auch, schließlich warst du immer brav. An seinem Bart hast du gern gezogen. 

Es war mühsam deine Mutter dazu zu bewegen Weihnachten mit der Familie zu verbringen. Sie blieb auch nur solange sie musste und das war genau der heilige Abend. Warum wohl? Ja richtig, weil es Geschenke gibt. Die Familie hat sie nicht interessiert.

Deine Großmutter hat dieses Jahr im Juli lachen müssen (natürlich innerlich), als deine Mutter vor dem Gericht in Meldorf ihre Show abzog. " Lass meine Familie in Ruhe" keifte sie, nicht nur einmal. Als wenn sie eine hätte. Ein Hohlkörper ohne Gefühl und Verstand. Kalt, berechnend und kriminell. Deine Schwester hat keine Wahl und wird auch nie eine haben. Du und ich jedoch wir hatten eine und haben gewählt. Nicht deine Mutter, sondern uns. 

Manchmal denke ich darüber nach, ob es nicht besser gewesen wäre, dir die Wahrheit über deine Mutter zu sagen. Dir zu berichten über ihre Eifersucht auf dich und Ihre Lieblosigkeit dir gegenüber. Das sie dich nur des Geldes wegen bekommen, sich aber nie um dich gekümmert hat. 

An diesem 1. Weihnachten war sie nicht einmal dazu zu bewegen, dich im Wagen spazieren zu fahren. Wir mussten sie mit dir vor die Tür setzen, damit sie mit dir spazieren fuhr. Handy am Ohr und Zigarette im Mund. Nach 20 Minuten war sie wieder da. Du hast gemeinsam mit deiner Mutter in einem Zimmer geschlafen, aber deine Mutter kümmerte sich nicht um dich. Sie ließ dich schreien, weder fütterte, noch wickelte sie dich. Sie hatte ja eine Mutter die das tat.

An deinem 2. Weihnachten erschien sie gar nicht erst und an deinem Dritten erfand sie Morddrohungen gegen ihre Person durch mich, um nicht kommen zu müssen. Nicht das sie gefehlt hätte. Aber ich hätte dir eine Mutter, die diesen Namen auch verdient gewünscht.

Aber wir hatten bis zu deiner Entführung aus Österreich stets fröhliche Weihnachten, mit Überraschungen der besonderen Art. Adventsmärkte, Weihnachtsbilder malen, Geschenke basteln, die Räume festlich schmücken. Der letzten Adventskranz, den du ausgesucht hast, war grün/gold. Die Verkäuferin sagte: "Eine ungewöhnliche Wahl für ein so kleines Mädchen." Aber das Mädchen ist ja auch ungewöhlich. Du hast ihn nicht mehr anzünden können. Seitdem gibt es im Hause deiner Großmutter keine Adventskränze mehr. Perchtenläufe fanden dein Wohlgefallen und zwar ohne ängstlich zu sein. Einem Perchten standest du gegenüber und sagtest zu ihm "Na, und.....". Er lief weiter und die Glocken klangen. Mir war es manchmal zuviel. Du hattest deine helle Freude daran.

Jetzt feierst du, seit 6 Jahren, trostlose Weihnachten. Die Familie hat man dir genommen, Geschenke bekommst du keine, deine Mutter zeigt nur Interesse wenn sie muss, um den Schein zu wahren und wie ein Weihnachten in einer "Nicht-" Jugendhilfeeinrichtung aussieht, weiß deine Großmutter zur Genüge. Die Kinder werden vorgeführt wie Zirkuspferde, damit die Träger Spendengelder ergattern. Die Menschen spenden gern, hilft es doch das Gewissen zu beruhigen. Manche glauben auch tatsächlich die Mär von den unfähigen Eltern und den gefährdeten Kindern. Die, die wirklich gefährdet sind, denen wird selten geholfen. Den Kindern drückt man Geld in die Hand, damit sie sich etwas kaufen können. Weihnachten wie es garantiert nicht sein soll.

Gerade heute habe ich erfahren, dass die unheimliche Allianz, bestehend aus dem OLG Brandenburg und "Ich-möchte-gern-Gutachter-sein" Waschke-Peter wieder zugeschlagen hat. Ein Mädchen, 13 1/2 Jahre alt, hat sein zu Hause verloren. Der, der dir dein zu Hause genommen hat und vielen anderen Kindern seit Jahrzehnten das zu Hause entziehen lassen hat, ist um ca. 12.000 € reicher und ein Kind und seine Familie sind traumatisiert. Für diese Familie wird es sicher kein fröhliches Weihnachtsfest geben.



Samstag, 25. Oktober 2014

Frankreich, deine Liebe


Unser erster gemeinsamer Frankreichurlaub stand an. Der Kombi deiner Großeltern war voll mit deiner Spezialnahrung, Windeln, einem Reisebett und alles was man so braucht für ein Baby. Mit dem Frankreichurlaub kam unser erster gemeinsamer Großeinkauf für Dich. Die Fahrt in's Rhonetal verlief ruhig, denn die meiste Zeit hast du geschlafen. Dort angekommen warst du vom Kamin und dem lodernden Feuer unheimlich fasziniert. Gut, dass du noch nicht laufen konntest. Füttern lassen wolltest du dich nicht mehr. Du hast selbst gegessen und sahst jedesmal zum Anbeißen aus. Aber Übung macht schließlich den Meister.

garnicht so einfach - ich bin Linkepot
Wir erkundeten mit dir die Gegend. Du warst inzwischen ein kleiner Wonneproppen. Zum telefonieren mussten wir auf einen Berg gehen. Das war jedesmal ein ziemlicher Aufstieg.
in den Bergen
Und dann fuhren wir mit dir in einen Spielzeugladen und kauften ein. Du hast dich für das gelbe Häschen entschieden, welches von nun an dein ständiger Begleiter werden sollte. Es hat nie einen Namen bekommen, weil du es nicht wolltest. Es hieß einfach "gelbes Häschen". Bis zu deiner Entführung hat es dich immer begleitet und manchmal auch getröstet. Es war bereits geflickt und hatte Knöpfe auf dem Bauch. Aber kein anderes Kuscheltier konnte den gelben Hasen je ersetzen. Nicht rotes Häschen, nicht Frau Doktor und auch nicht Frieda. Das gelbe Häschen hast du mitbekommen, genau wie deine Kette mit dem Antlitz der Mutter Maria. Beides hat man dir genommen.
mein erstes Kuscheltier - gelbes Häschen
Unbeschwerte Tage waren das in Frankreich und von da an jedes Jahr wieder. Du hast es genossen frei zu sein, einkaufen zu gehen, im Garten zu spielen und zu toben, Eis zu bestellen und dich zu unterhalten oder einfach nur zu kuscheln. Dein französisch war bald besser wie meines. In Frankreich konntest du deine Träume leben und dein letzter Traum war ein Emily-Erdbeer-Zimmer. In Frankreich wurden die Zutaten dafür von dir ausgewählt und ich habe deinen Traum dann wahr gemacht. Selbst die LKA-Beamten waren sprachlos beim Anblick deines Zimmers. Du musstest alles zurücklassen. Dein Zimmer, deine Freunde, Liebe und Geborgenheit. Dafür bekamst du Kälte, Desinteresse, Bildungsverweigerung und Willkür. Aus einem hochbegabten, kreativen, fröhlichen Kind wurde ein traumatisiertes Kind gemacht, weil nicht sein kann was nicht sein darf und weil ein Kind nichts wert ist in deutschen Landen.

Ich werde nie, den einen Abend im November 2008 vergessen. Wir saßen am Abendbrottisch in Frankreich, nach einem fröhlich, unbeschwerten Tag. Plötzlich verfinsterte sich dein Gesicht, du wurdest blass und sagtest leise "Ich weiß, dass meine böse Mama mich holen wird". Ich war ziemlich erschrocken und wehrte ab. Dabei wusste ich zu diesem Zeitpunkt bereits selbst schon, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man sich über das Aufenthaltsbestimmungsrecht deiner Großmutter hinwegsetzen wird und dich einfach mitnimmt. Du solltest recht behalten. 14 Tage nach diesem Abend, wurden wir in Wien, aufgrund einer Lüge der deutschen Behörden und deiner Mutter, verhaftet und getrennt. Meine Beweise, dass ich u.a. Trägerin des Aufenthaltsbestimmungsrechtes bin und dein Wille fanden keine Beachtung. Aber dazu später mehr. 

Samstag, 20. September 2014

Der Segen Gottes

Der Taufspruch deiner Großmutter lautet: „Fürchte dich nicht….“. Der Pfarrer wusste offenbar was auf mich zukommt. Aber ich fürchte mich nie (Warum auch?) und Angst kenne ich nur im Zusammenhang mit dir, nämlich immer dann, wenn ich Angst um dich habe oder hatte.

Nachdem klar war, dass du jede Unterstützung brauchen kannst die nach menschlichen Maßstäben möglich ist, ging ich zum Pfarrer um dich taufen zu lassen. Dein Taufspruch wurde deinem Leben entsprechend gewählt. Die Taufe fand am 04.08.2003 statt.




Deine Mutter schoss natürlich wieder einmal quer. Zu deiner Tauffeier hat sie alle mit ihr befreundeten Prostituierten eingeladen, einschließlich Zuhälter. Sie weigerte sich, die Kleidung die sie bei ihren Freiern getragen hatte, zur Taufe zu wechseln. Sie erschien also zu deiner Taufe in ihrem Prostituiertenoutfit. Ihr damaliger Freund, der einzige Nichtkriminelle in ihrem Leben, versuchte sie umzustimmen. Aber sie wollte provozieren. Das einzige was mir blieb war, ihr Outfit zu ignorieren. Die anschließende Feier verließen wir mit dir nach dem Mittagessen. Gott sei Dank braucht ein Baby viel Schlaf. Sie feierte weiter und wir bezahlten. 


Als du älter wurdest hast du jeden Abend gebetet. Es war immer das gleiche Gebet: „Lieber Gott bitte hilf mir, dass ich bei Mama und Papa bleiben kann.“ Nur gegen menschliche Gewalt scheint selbst er machtlos zu sein. Du hast das offenbar gewusst. Ich erinnere mich noch gut daran, dass, als wir eines Abends beim Abendbrot saßen, sich plötzlich dein Gesicht verfinsterte und du leise sagtest: “Ich weiß das meine böse Mama mich holen wird.“ Alle Beschwichtigungsversuche blieben erfolglos. Dabei wusste ich selbst, dass deiner Mutter und ihren Helfern jedes Mittel recht sein würde, um dich in ihre Gewalt zu bekommen. Zu welchen Mitteln sie dabei greifen, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht und hätte es mir in meinen kühnsten Träumen auch nicht vorstellen können. Den Glauben an einen Rechtsstaat hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgegeben. Heute weiß ich es besser.

Für Dich war die Welt einfach. Ich erinnere mich noch gut an folgende Situation. Wir fuhren eines Abends mit dem Auto heim. Plötzlich sagtest du zu mir: " Ich kann gar nicht das Kind von der "bösen" Mama in Berlin sein." Auf meine Nachfrage, warum du das meinst, sagtest du mir: "Böse Menschen bekommen böse Kinder und gute Menschen bekommen gute Kinder, also bin ich bei dir aus dem Bauch gekommen!" Leider ist die Welt nicht so einfach und mein Hinweis, dass deine Mutter ja meine Tochter ist fand auch kein Gehör!

Die Frage, die sich mir immer wieder stellte und stellt, war/ist: „Wie schütze ich ein Kind wirksam vor staatlicher Gewalt?“ Ich kann sie bis heute nicht beantworten.


Mittwoch, 10. September 2014

Großmutter oder Mutter?

Zu dem Alltag, der in den ersten Wochen sehr anstrengend war, da ungewohnt, kamen immer häufiger Gedanken über deine Zukunft. Deine Mutter wurde immer eifersüchtiger auf Dich. Es wurde im Laufe der Zeit immer schwieriger die Balance zu halten.

Ich war und bin deine Großmutter. Eigentlich eine angenehme Aufgabe. Aufgrund des Verhaltens und der Erkrankung deiner Mutter, wurde ich immer mehr in die Mutterrolle gedrängt. Eine Pflegemutter oder soziale Mutter, aber auf jeden Fall die Hauptbezugsperson. 

Leonie Wichmann - unschuldig und nichtsahnend, aber geborgen!

Zwischen uns entstand eine Bindung, wie sie eigentlich zwischen dir und deiner Mutter hätte entstehen sollen, aber nicht konnte. 

Jeder Versuch euch aneinander näher zu bringen scheiterte. Du warst jedes Mal froh, wenn der Besuch bei ihr vorbei war oder sie ging. Das ganze ähnelte, nachdem du Laufen konntest, einer Flucht!

Hin- und Hergerissen war ich, zwischen der immer stärker werdenden Bindung zu dir und der Tatsache, dass ich eigentlich deine Großmutter bin. Aber wenn eine Bindung erst einmal entstanden ist, ist sie nicht zu zerstören. Das Band hält, bis über den Tod hinaus. Und eine Bindung entsteht nun einmal im Alltag, durch gemeinsame Erlebnisse und gemeinsame Gegebenheiten. Schon allein die Tatsache, dass du genau an dem Tag geboren wurdest, an dem deine Mutter auf die Welt hätte kommen sollen, war für mich eine erstaunliche Tatsache. Punktgenau auf die für deine Mutter angezeigte Uhrzeit wurdest du geboren. Zufälle gibt es.

Ich machte mir immer größere Sorgen um Dich. Deshalb begann ich Erkundigungen einzuholen. Das Ergebnis war erschreckend. Ich glaubte bis dahin an einen Rechtsstaat – Fehlanzeige. Ich glaubte bis dahin, dass dein Wohl und dein Wille im Mittelpunkt steht – Fehlanzeige. Ich glaubte nicht an eine Geldmaschinerie – Fehlanzeige. Eine Anwältin klärte mich darüber auf, dass sollte ich das Sorgerecht für dich beantragen, du in eine Pflegefamilie oder ein Heim kommen wirst. Obwohl deine Mutter zu diesem Zeitpunkt einer Sorgerechtsübertragung zugestimmt hätte. Du warst ein süßes Baby und es gibt viele kinderlose Paare oder Menschen die sich so ihre Existenz sicher‘n in Deutschland, die alle meinen damit Gutes zu tun. Von dem Geld was sie mit dir verdienen einmal ganz abgesehen. Eine Kinderärztin und ein Psychiater bestätigten diese Aussagen. Es war also sicher, dass du dein zu Hause verlieren wirst. Das einzige was zu diesem Zeitpunkt blieb, war ein Gespräch mit deiner Mutter. Diese sicherte zu, dass sie nie etwas tun würde, was dir schadet. Heute wissen wir beide, dass sie eine merkwürdige Auffassung von Nicht-schaden-wollen hat. Dass ich sie nicht immer bei „Laune“ halten konnte, war mir bewusst, aber ich vertraute auf mich und tat gut daran.

Leonie Wichmann - süß und nicht käuflich zu erwerben!
Bereits in der Schule stand im Zeugnis deiner Großmutter zu lesen: „Birgit hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sie setzt sich für die Schwächeren und Benachteiligten ein, ohne an die Konsequenzen für sich zu denken.“ So ist es immer geblieben und wird es immer bleiben.

Parallelen zum Leben meiner Großmutter tauchten auf. Aber ich lebe nicht ihr Leben und mir war klar, dass ich achtsam sein musste und dass ich dich solange wie möglich vor den gierigen Händen geldgeiler Menschen beschützen würde. Alles was man mir auf materieller Ebene nimmt, hole ich mir wieder zurück. Egal wie lange es dauert. Dein Wohl stand und steht im Vordergrund. Deinen Willen hast du in zahlreichen Großmutter-Enkelkind-Gesprächen kundgetan. Und dem fühle ich mich noch heute verpflichtet. Und unsere Bindung? Sie hält, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Ich hätte dir das alles gern erspart, aber selbst ich musste einsehen, dass ich dich nicht vor allem schützen kann und du dein eigenes Leben mit eigenen Erfahrungen hast. Aber wenigstens habe ich nichts unversucht gelassen und dich gut vorbereitet auf dein Leben. Ich weiß, dass du es schaffen wirst, selbst wenn es lange Jahre dauert und es dich viel Kraft kosten wird. Du bist der Dirigent in deinem Leben. 

Ergo blieb mir nur zu reagieren, statt zu agieren und das tat ich. Mein Leben trat in den Hintergrund und deines in den Vordergrund. Ich hoffte, dass dies lange Zeit so bleiben würde. Ahnte aber, dass deine Mutter anderes plante und ich behielt recht.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Einer der ersten Dinge die zu erledigen waren, war ein Kinderarztbesuch. Dieser fand dann auch fast sofort im Mai 2003 statt. Deine behandelnde Kinderärztin Frau W. sagte mir im Beisein deiner Mutter, dass du stark vernachlässigt bist und sie dafür sorgen wird, dass du deiner Mutter weggenommen wirst. Du solltest in die Obhut des Jugendamtes Berlin-Spandau. Doch da war Gott vor! Schließlich kannte ich diese inkompetenten Nichtfachleute schon. 

Du warst zu diesem Zeitpunkt stark untergewichtig, hattest keine Krankenversicherung, warst zu schwach zum Trinken, hattest eitrige Hautfalten und Blasen auf dem Bauch. Deine Mutter schob das auf die Stoffwechselerkrankung Galactosämie. Bei der Galaktosämie ist die Umwandlung von Galaktose in Glukose aufgrund eines fehlenden Enzyms gestört. Die Ursache für den Aktivitätsmangel liegt in einem Fehler in der Erbanlage des Enzyms. Die Blockade im Stoffwechsel führt dazu, dass sich Galaktose vor dem fehlerhaften Enzymschritt anstaut. Außerdem führt dieser Mangel zur Bildung schädlicher Substanzen wie Galaktose-1-Phosphat und Galaktitol. Du hast die leichtere Form (Duarte-D2-Variante). Die Restaktivität des Enzyms liegt hier bei 25 %. Die Stoffwechselstörung ist bei dir daher nur leicht ausgeprägt.

Im Juni 2005, nachdem ich einen erschreckenden Fernsehbericht über die Krankheit gesehen hatte, habe ich mich um eine Dispensairebetreuung für dich gekümmert. Der Ernährungsberaterin Frau G. gegenüber hat deine Mutter dann auch zugegeben, das sie keinerlei Gefühl für dich hat und nie hatte und das sie mit dir überfordert ist. Frau G. hatte gefragt warum Leonie bei uns lebt.

Seit deiner Geburt hat deine Mutter verschiedenen Personen gegenüber immer wieder bestätigt, dass keine Gefühle für dich vorhanden sind, ihr das Kind schlichtweg egal ist und du aus rein finanziellen Gründen gezeugt wurdest. Beweis dafür, sie hat sich einen Unternehmer als Erzeuger ausgesucht, um einen möglichst hohen Unterhalt zu kassieren. Nur der ist nicht dein Vater und deine Mutter ging leer aus.

Die Folgen einer falschen Ernährung sind gravierend. Sollte sich Galaktose einlagern, würde das eine verzögerte Entwicklung, Störungen der Sprache, Lernschwierigkeiten, Probleme in der Motorik oder eine Schädigung der Eierstöcke zur Folge haben. Nach deiner Entführung aus Österreich hat sich niemand dafür interessiert und deine gesundheitliche Schädigung wurde billigend in Kauf genommen.

Für mich bedeutete dein Zustand in den ersten Wochen dir alle 2 Stunden das Fläschchen zu geben. Mehr wie 25 ml konntest du nicht zu dir nehmen. Ich habe die ganze Nacht deine Hand gehalten, denn du warst ein Schreibaby. Meinen Beruf habe ich an den Nagel gehängt. Unterstützung durch deine Mutter? Fehlanzeige. Aber die Mühen lohnten sich.

Nach ca. 6 Wochen warst du äußerlich, was Gewicht und Größe betraf, über den Berg. Die Langzeitfolgen hielten noch ca. 3 Jahre an. Du hattest einen zu geringen Muskeltonus, weshalb du schwächer warst als deine Altersgenossen. Erst im Alter von 3 Jahren konnte die Kinderärztin feststellen, dass du nun altersgerecht entwickelt bist. 

Leonie Wichmann gut bewacht durch Julius!

Dazu kam die finanzielle Belastung. Alles musste neu angeschafft werden. Deine Mutter hatte lediglich einen kaputten Kinderwagen für dich. Freunde halfen wo sie konnten. Und deine Mutter brauchte, wen wundert‘s, auch finanzielle Unterstützung.

Dein Großvater hat für deine Mutter, auf ihre Bitte hin, im Juni 2003 einen Laptop gekauft. Dies wurde von ihr so begründet, sie wolle Arbeit suchen, weil sie mit der Prostitution aufhören will. Was sie jedoch erwartungsgemäß nicht tat. Aber irgendwie konnten wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich doch noch etwas zum Positiven ändert. Diese Anschaffung musste über einen zwei Jahre lang laufenden Kredit finanziert werden, da wir selbst über diese Mittel nicht verfügten. Die Kredithöhe belief sich auf ca. 1.300 €. Vorgeschlagen wurde von deiner Mutter eine Ratenzahlung von monatlich 50 €, weil sie meinte das schafft sie. Tatsächlich sind wir dem Geld jedoch jeden Monat hinterhergelaufen. 

Im Juni 2005 räumte deiner Mutter ihr Ex-Freund Daniel die Wohnung leer (die Möbel gehörten ihm). Daraufhin haben wir ihr die Wohnung für 900,00 € neu eingerichtet. 300 € haben wir ihr, trotz unserer auch nicht gerade rosigen finanziellen Lage, in Form einer Waschmaschine geschenkt. Den Rest wollte sie nach eigenem Vorschlag bis spätestens Juli 2005 zurückgezahlt haben. Sie arbeitete zu der Zeit auf 300,00 € Basis bei Woolworth. Auch diesen Job verlor sie nach 14 Tagen, weil sie ständig zu spät kam. Natürlich war Woolworth daran schuld.

Sie wusste aber, dass das geliehene Geld ein Teil des Betrages war, das für dein neues Kinderzimmer gebraucht wurde und das dieses im August 2005 geliefert werden sollte. Den Betrag von 1000 € hatten wir uns erspart. Da die Ratenzahlung für den Laptop im August ausblieb, sagte dein Großvater ihr, dass er den Laptop als Pfand nehmen würde, bis die Restzahlung von 180 € gezahlt werden würde. Daraufhin verkaufte sie den Laptop und behielt das Geld.

Im Oktober 2005 rief sie uns an, sie hätte seit 3 Tagen nichts gegessen und dein Großvater kaufte für sie ein und brachte ihr das Essen.

Dazu kam, dass sie trotz meines Hinweises das aufgrund der Tatsache, das du bei uns wohnst und von uns unterhalten wirst, sie keinen Anspruch auf Sozialhilfe, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss für dich hat, sie trotzdem diese Leistungen bis März 2004 bezogen hat. Die Höhe belief sich auf ca. 1.000 €. Wir haben für dich nichts von diesem Geld gesehen und auch alle Anschaffungen für dich wurden von uns getätigt. Erst mein Vorsprechen beim Sozialamt im April 2004 beendete die Zahlungen. Davor hatte deine Mutter stets versprochen sich darum zu kümmern, tat es aber nicht. Das Jugendamt Berlin-Spandau wusste von dem unrechtmäßigen Bezug. Tat aber nichts, sondern ganz im Gegenteil fand nichts weiter dabei. 

Nachdem du bei uns wohntest, kümmerte sich deine Mutter nicht mehr um dich. Sie kam zwar sporadisch vorbei, aber nur unter Druck oder wenn mal kein Freund vorhanden war. Geschenke zum Geburtstag, Weihnachten oder Ostern gab es nur, wenn ich sie kaufte oder sie zwang, welche zu kaufen. 

Meine Hoffnung, dass sich deine Mutter doch noch als Mutter entpuppen würde, verflüchtigte sich und meine Vorahnungen gewannen zunehmend an Bedeutung.